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Freundeskreis Schloss Wiepersdorf – Bettina und Achim von Arnim e.V.

Association of Friends of Schloss Wiepersdorf

 

 

Herzlich willkommen auf unserer Webseite!

Wer wir sind

 

Der Freundeskreis ist ein gemeinnütziger Verein, der Schloss Wiepersdorf als Ort des lebendigen Dialogs, der Begegnungen und der Kreativität unterstützt. Er setzt sich seit 1991 für den Fortbestand des denkmalgeschützten Hauses und seiner Anlagen als Künstlerresidenz ein. Die Gründung einer Kulturstiftung Schloss Wiepersdorf durch das Land Brandenburg, wie sie 2019 verwirklicht wurde, geht auf einen Anstoß auch des Freundeskreises zurück. Seit Januar 2022 ist Annette Rupp Direktorin, die 2018 zur Gründungsbeauftagten berufen wurde.

 

Einen besonderen Platz nehmen für uns Bettina von Arnim geb. Brentano (1785-1859) und Achim von Arnim (1781-1831) ein, die 1814 von Berlin nach Wiepersdorf zogen. Bettina oder "Bettine", wie sie sich selbst gerne nannte, kehrte oft nach Berlin zurück, wo sie ihre eigene Wohnung hatte, zuletzt "Unter den Zelten", nahe dem heutigen "Haus der Kulturen der Welt". 

 

Obwohl die preußische Hauptstadt ihrem geistigen Temperament eher entsprach als das stille Landleben, blieb sie Wiepersdorf stets verbunden: Hier lag ein Mittelpunkt des Familienlebenss und nach Arnims Tod 1831 vebrachte sie dort wieder mehr Zeit. In dem der Famlie von Arnim ebenfalls gehörenden nahegelegenen Schloss Bärwalde schrieb sie ihren Roman "Die Günderrode".

 

Achim von Arnim hat das damalige Gutshausensemble Wiepersdorf tief geprägt, den verschuldeten Gutsbetrieb umgestaltet, modernisiert und damit renatabel gemacht. Hier entstanden seine Hauptwerke wie u.a. die "Kronenwächter". Erste Anregungen erhielt er in seiner Jugend auf dem seiner Großmutter Carolina von Labes gehörenden Gut Zernikow nördlich von Berlin.

 

Schwerpunkte des Freundeskreises Schloss Wiepersdorf sind gemäß seiner Satzung  Themen der zeitgenössischen Literatur, der bildenden Kunst, der Musik und ihrer Bezüge zur Romantik. Zu ihrer ungehinderten Entfaltung bedarf es weltweit ausreichender Freiräume und deren Schutz durch rechtstaatliche demokratische Regeln. Der Freundeskreis setzt sich dafür ein. Zwischen dem Freundeskreis und der Berliner Literarischen Aktion e.V. besteht ein enger Austausch und eine projektbezogene Zusammenarbeit. 

 

 

Spiegelbild Teich

  Blick auf die Westseite vom Park

Hainbuchenallee

Alte Hainbuchenallee im Park

 

Zur Geschichte des Ortes

 

Schloss Wiepersdorf fiel 1811 Achim von Arnim als Erbe zu, 1814 zog er mit seiner Frau Bettina dorthin. Bis zum Ende des Zweiten Weltkrieges blieb Wiepersdorf im Besitz ihrer Nachfahren. An der Kirche im Gutspark liegen die Gräber der Dichter und einiger Familienangehörigen. Friedmund von Arnim war der letzte Eigentümer aus der Familie vor 1945. Er starb in sowjetishcer Kriegsgefangenschaft. Seine Frau Clara von Arnim geb. von Hagens wurde seine Alleinerbin. Sie zog 1998 ihren Rückübertragungsanspruch auf Schloss Wiepersdorf einschließlich des literarischen Nachlasses im Interesse der Öffentlichkeit zurück und verzichtete darauf, Ausgleichsansprüche zu stellen. Bundespräsident Johannes Rau und Ministerpräsident Bernhard Vogel sprachen ihr 1999 anläßlich der Überreichung der ihr verliehenen Maecenas-Ehrung ihre Anerkennung aus.

 

In der Zeit der DDR bot Schloss Wiepersdorf - zuletzt unter dem Namen Arbeits-und Erholungsstätte Bettina von Arnim - Autoren, bildenden Künstlern und Musikern, die Mitglieder offizieller Kulturverbände waren, ein geschätztes Refugium. 1992 übernahm die Stiftung Kulturfonds neue Bundesländer das Schloss und führte es als Künstlerhaus. Mehr als 1000 Stipendiaten und Stipendiatinnen waren seit 1992 zu Gast, darunter die Nobelpreisträgerinnen für Literatur 2015, Swetlana Alexijewitsch aus Belarus, sowie 2018 Olga Tokarczuk aus Polen.

 

Die Deutsche Stiftung Denkmalschutz übernahm 2005 die Trägerschaft des Künstlerhauses und wurde Eigentümerin des Schlossensembles, zog sich jedoch nach erfolgreichem Wirken 2018 aus gemeinnützlichkeitsrechtlichen Gründen zurück.

 

Neuanfang 2019

 

Seit 2019 wird das Künstlerhaus als öffentlich-rechtliche Landesstiftung unter dem Namen "Kulturstiftung Schloss Wiepersdorf" des Landes Brandenburg geführt. Die in §2 des Stiftungsgesetzes genannten Ziele sollen insbesondere verwirklicht werden durch:


1. die Durchführung eines interdisziplinären und internationalen Stipendienprogramms,
2. die Realisierung von öffentlichen Veranstaltungen mit Stipendiatinnen und Stipendiaten sowie mit Gästen,
3. die Bewahrung der Erinnerung an die Geschichte des Ortes unter Einbeziehung des Bettina und Achim von Arnim-Museums,
4. die Kooperation mit Dritten und
5. die Pflege und die Erhaltung von Kulturgütern und Liegenschaften, sofern sie Stiftungseigentum sind.

 

In dem noch zu besetzenden Kuratorium wird der Freundeskreis vertreten sein. Am 1. Juli 2019 nahm die Kulturstiftung ihre Arbeit auf. Das Eigentum am Schlossensemble wurde von der Deutschen Stiftung Denkmalschutz auf das Land Brandenburg rückübertragen.

 

Besuch Del. Europa Nostra

Die europäische Denkmalschutzorganisation "Europa Nostra"

besuchte 2016 auf Initiative des Freundeskreises Schloss Wiepoersdorf.

 

Der Freundeskreis wird 2021 dreißig Jahre alt

 

Er wurde am 3. Oktober 1991 von Clara von Arnim gegründet, der Witwe von Friedmund von Arnim, des letzten privaten Eigentümes von Schloss Wiepersdorf bis 1946 (Ansprache). Clara von Arnims Großvater Carl von Hagens war ein bekannter Jurist, Oberlandesgerichtspräsident in Frankfurt am Main und wurde für seine Verdienste um die Entwickung des Zivilrechts geadelt. Seine Mutter Johanna Wolf war jüdischen Glaubens.

 

Das Land Brandenburg begleitet das Wirken des Freundeskreises und unterstützte einzelne Projekte. Vorsitzender wurde zunächst Prof. Hartwig Schultz, damals Leiter der Brentano-Abeilung im Goethe-Haus, Herausgeber und Verfasser zahlreicher Schriften und Bücher zu Arnim und Brentano, sowie zur Romantik. Botschafter a.D. Dr. Norbert Baas, wurde 2013 zu seinem Nachfolger gewählt und hat seitdem den Vorsitz inne. Er war lange Zeit Russland- und Zentralasienbeauftragter des Auswärtigen Amtes, Botschafter u.a. in Georgien, Südkorea, Indonesien und bei ASEAN. Neben englisch und französisch spricht er russisch und italienisch. Er ist verehiratet mit der Fachärztin Dr. Annabel von Arnim-Baas.

 

Das vom Freundeskreis 1992 mit Unterstützung des Goethe-Hauses/Freies Deutsches Hochstift  (Frankfurt am Main) im Schloss eingerichtete Bettina und Achim von Arnim - Museum stellte sich 2022 unter Führung der Kultustiftung neu auf. Der Freundeskreis hat seit 2014 für die Einbeziehung der DDR-Zeit geworben und stieß damit auf breite Zustimmung. Das Projekt wurde von Wolfgang de Bruyn beraten, dem früheren Direktor des Kleist-Museums. Der Freundeskreis hat somit den Anstoß gegeben, an dem Projekt selbst jedoch nicht mitgewirkt und auch nicht die Trägerschaft beansprucht. Im August 2021 räumte er seine historischen Exponate und die des Goethe-Museums auf Bitte der Kulturstiftung und stellte seine Betreuung des Museums endgültig ein.