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Das traditionsreiche Schloss Wiepersdorf war in der ersten Hälfte des neunzehnten Jahrhunderts Wohnsitz des Dichterpaares Bettina und Achim von Arnim. Bis zum Ende des Zweiten Weltkrieges blieb es im Besitz ihrer Nachfahren. An der Kirche im Gutspark liegen die Gräber der Dichter. Die Alleinerbin aus der Familie, Clara von Arnim, nahm 1998 ihren Rückübertragungsanspruch auf Schloss Wiepersdorf einschließlich des literarischen Nachlasses im Interesse der Öffentlichkeit zurück und verzichtete auf Kompensationsansprüche. Von Bundespräsident Johannes Rau und von Ministerpräsident Bernhard Vogel wurde sie 1999 anläßlich der Überreichung der Maecenas-Ehrung gewürdigt. 

 

In der Zeit der DDR bot Schloss Wiepersdorf - zuletzt unter dem Namen Arbeits-und Erholungsstätte Bettina von Arnim - Autoren, bildenden Künstlern und Musikern, die Mitglieder offizieller Kulturverbände waren, ein geschätztes Refugium. 1992 übernahm die Stiftung Kulturfonds neue Bundesländer das Schloss und führte es als Künstlerhaus. 2005 wurde die Deutsche Stiftung Denkmalschutz durch einen mit dem Land Brandenburg abgeschlossenen Treuhandvertrag Träger, außerdem Eigentümer des Schlossensembles. Im August 2018 gab sie die Trägerschaft aus gemeinnützlichkeitsrechtlichen Gründen auf. Mehr als 1000 Stipendiaten und Stipendiatinnen waren seit 1992 zu Gast, darunter die Nobelpreisträgerinnen für Literatur 2015, Swetlana Alexijewitsch aus Belarus, sowie 2018 Olga Tokarczuk aus Polen.

 

Wiep mit Teich

Spiegelbild des Schlosses im Teich

 

Seit 2019 wird das Künstlerhaus als öffentlich-rechtliche Landesstiftung unter dem Namen "Kulturstiftung Schloss Wiepersdorf" des Landes Brandenburg geführt. Der Freundeskreis hat nachdrücklich für diese Konstruktion geworben, um Wiepersdorf dauerhaft als einzigartigen Ort des deutschen Kulturlebens und seiner Geschichte zu erhalten. Ein entsprechendes Gesetz wurde  am 15. Mai 2019 vom Landtag verabschiedet. Die in §2 des Stiftungsgesetzes aufgezählten Ziele sollen insbesondere verwirklicht werden durch:


"1. die Durchführung eines interdisziplinären und internationalen Stipendienprogramms,
2. die Realisierung von öffentlichen Veranstaltungen mit Stipendiatinnen und Stipendiaten sowie mit Gästen,
3. die Bewahrung der Erinnerung an die Geschichte des Ortes unter Einbeziehung des Bettina und Achim von Arnim-Museums,
4. die Kooperation mit Dritten und
5. die Pflege und die Erhaltung von Kulturgütern und Liegenschaften, sofern sie Stiftungseigentum sind."

 

Zur Gründungsbeauftragten - zugleich kommissarischer Vorstand - wurde Annette Rupp ernannt. In dem noch zu besetzenden Kuratorium wird der Freundeskreis vertreten sein. Am 1. Juli 2019 nahm die Kulturstiftung ihre Arbeit auf, am 25. Juli konstituierte sich der Stiftungsrat. Das Eigentum am Schlossensemble wurde von der Deutschen Stiftung Denkmalschutz auf das Land Brandenburg rückübertragen. Rund 85 km südlich von Berlin gelegen, ist das touristische Potenzial Wiepersdorfs für die Zukunft nicht zu unterschätzen.

 

Besuch Del. Europa Nostra

Eine Delegation der europäischen Denkmalschutzorganisation "Europa Nostra"

besuchte 2016 auf Initiative des Freundeskreises Schloss Wiepoersdorf.

Sie zeigte sich beeindruckt von dem geschichtsträchtigen Baudenkmal,

das durch die StipendiatInnen mit Kreativität erfüllt wird 

 

Der Freundeskreis wurde am 3. Oktober 1991 von Clara von Arnim gegründet, die zur Eröffnung des Künstlerhauses im August 1992 eine Ansprache hielt. Unterstützung erhielt sie vom Freien Deutschen Hochstift/Goethe-Haus in Frankfurt am Main. Das Land Brandenburg begleitete die Gründung des Freundeskreises mit Wohlwollen. Vorsitzender wurde Prof. Hartwig Schultz, damals Leiter der Brentano-Abeilung im Goethe-Haus. Botschafter a.D. Dr. Norbert Baas, wurde 2013 zu seinem Nachfolger gewählt und hat seitdem den Vorsitz inne.

 

Schwerpunkte des Freundeskreises sind Themen der europäischen Romantik, ihre sozialen und politischen Aspekte sowie ihre Wechselwirkungen mit der zeitgenössischen Literatur, bildenden Kunst und Musik. Dazu gehört auch die Rezeption der Romantik in der DDR. Einen besonderen Platz nehmen Bettina von Arnim geb. Brentano (1785-1859) und Achim von Arnim (1781-1831) ein, die in Berlin und Wiepersdorf lebten.

 

Die vom Freundeskreis 1992 mit Unterstützung des Goethe-Hauses/Freies Deutsches Hochstift  (Frankfurt am Main) im Schloss eingerichtete Erinnerungsstätte Bettina und Achim von Arnim (s. auch Menupunkt Geschichte und Museum) erinnert an das Schriftstellerpaar, an ihr Wirken und an einige ihrer Nachfahren. Gemäß unserer Satzung verwenden wir seit 2014 den Begriff Museum. Der Freundeskreis hat sich seitdem für seine Erweiterung um einen Raum eingesetzt, der die DDR-Zeit in Wiepersdorf einbezieht. Dieses Vorhaben stieß auf breite Zustimmung.