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Eckdaten des Museums:

 

Die Gründung des Bettina und Achim von Arnim-Museums war 1992 eine Initiatve des Freundeskreises, der es seitdem betreut. Mit Unterstützung des Freien Deutschen Hochstifts (Goethe-Haus Frankfurt am Main) wurde es eingerichtet, aus Spendengeldern des Freundeskreises finanziert und mit Exponaten vorwiegend aus der Familie von Arnim sowie aus dem Goethe-Haus ausgestattet. Das Museum zeigt ausschnitthaft die Geschichte des Hauses und einiger Bewohner der Familie von Arnim. Den Schwerpunkt bilden Bettina und Achim von Arnim. Der Atelier-Raum ihres Enkels, des Malers Achim von Arnim-Bärwalde, der das Haus erweiterte und dem es seinen schlossartigen Charakter verdankt, gehört zum musealen Bereich, in dem auch Veranstaltungen stattfinden. Der Freundeskreis tritt bereits seit 2014 dafür ein, einen weiteren Raum einzurichten, der Gäste aus der Zeit der DDR von 1945 bis 1990 zeigt, als Schloss Wiepersdorf Künstlerheim war. 

 

Zur Geschichte des Hauses:

 

Das Gut Wiepersdorf gehörte zum "Ländchen Bärwalde" ("Ländeke"). Es wurde vom Vater des Dichters Ludwig Achim von Arnim, Joachim Erdmann von Arnim,  1780 erworben. Er war preußischer Kammerherr, Gesandter Preußens in Kopenhagen und Dresden und wurde von König Friedrich II. zum „Directeur des Spectacles“ ernannt. Während seiner Dienstzeit in Dänemark wurde ihm der Titel eines Barons verliehen. Vorbesitzer des "Ländeken" waren die Nachfahren des königlich preußischen Majors und "langen Kerls" Gottfried Emmanuel von Einsiedel, der in Wiepersdorf 1734 ein schlichtes barockes Gutshaus errichten ließ.

 

Joachim Erdmann von Arnim war verheiratet mit Amalia von Labes, Tochter des Hans von Labes und seiner Frau Karoline geborene Daum verwitwete Fredersdorff. Amalia von Arnim verstarb kurz nach der Geburt ihres zweiten Sohnes, des späteren Dichters Ludwig Achim. Fortan kümmerte sich die Großmutter Karoline von Labes um seine Erziehung. Sie war die Tochter des begüterten Bankiers und Rüstungsfabrikanten Adolf Daum. In erster Ehe war sie mit Michael Gabriel Fredersdorff verheiratet, einem engen Vertrauten König Friedrichs II, der ihm das Gut Zernikow nördlich von Berlin schenkte. Joachim Erdmann hatte für seine Söhne Carl Otto und Ludwig Achim kaum Zeit und trat die Erziehung an seine Schwiegermutter Labes ab. Die Brüder wuchsen in ihrem Berliner Stadtpalais am "Quarré " auf, dem heutigen Pariser Platz, an der Stelle der heutigen Akademie der Künste. Als Kinder waren sie im Sommer oft und gerne in Zernikow.     

 

1804 wird Achim von Arnim nach dem Tode seines Vaters zunächst mit seinem Bruder Carl Otto Eigentümer des "Ländchen Bärwalde" mit Wiepersdorf, später alleine. 1814 zog er mit seiner Frau Bettine und zwei Söhnen von Berlin dorthin, übernahm die Bewirtschaftung der verschuldeten Güter und modernisierte sie. Bettine zog es 1817 in die preußische Hauptstadt zurück, wo zwei weitere Söhne und drei Töchter geboren wurden. Nach dem Tode Achim von Arnims wurden seine sieben Kinder Erben, ihr Vormund war der Schwager Bettinas, der Rechtsgelehrte und spätere Minister Friedrich Carl von Savigny. Bettine kehrte nach dem Tod ihres Mannes häufiger und gerne nach Wiepersdorf zurück. Im nahegelegenen Schloss Bärwalde, das ebenfalls zum Besitz der Arnims gehörte (1947 abgetragen), verfasste sie ihr Werk "Die Günderrode".

 

Rokoko Stukkatur Gartensaal

 

Rokoko-Stukkatur im Gartensaal

   

Caroline 

Karoline von Labes geb. Daum, verw. Fredersdorff, die Großmutter Achim von Arnims. Germälde von Francke, 1782,

copyright: Freundeskreis Schloss Wiepersdorf-Bettina und Achim von Arnim-Museuem e.V.

 

Tieck, Gipsbüste Brentano

 

Christian Friedrich Tieck

Clemens Brentano, Gipsbüste, 1803 (Ausschnitt)

cpyright: Freundeskreis Schloss Wiepersdorf

 

 

Nach dem Tod Bettina von Arnims am 22. Januar 1859 erhielt Wiepersdorf ihr ältester Sohn Freimund von Arnim, verheiratet mit der früh verstorbenen Anna von Baumbach. Deren Sohn Achim von Arnim-Bärwalde ("der Maler"), der Wiepersdorf 1863 übernahm, studierte  zunächst Jura, dann Malerei bei dem Münchner Historienmaler Carl Theodor von Piloty. Er ließ umfangreiche Erweiterungen des Gutshauses durch den Anbau eines dreiachsigen Risalits an der Westseite und durch die Anlage des von ihm im französischen Stil gestalteten Barockgartens vornehmen, in dem die Blumenrabatte des tiefer gelegten Parterre früher dem Muster einer bourbonischen Lilie folgten. Eine west-östliche Sichtachse führt zur Terrasse und zum Gartensaal im Zentrum des Hauses, in dem die originalen Rokoko-Stukkaturen und Marmorkamine des achtzehnten Jahrhunderts erhalten sind. Die historischen Räume stehen den Stipendiatinnen und Stipendiaten des Künstlerhauses offen.  


Durch die kunstsinnige Hand Arnim-Bärwaldes erhielt das Haus seinen schlossartigen Charakter. Die im Kern mittelalterliche Kirche erhielt eine romanisch anmutende Ummantelung, die das Verständnis der Romantik gegen Ende des 19. Jahrhunderts spiegelt. Außerdem lleß er 1888/89 eine Orangerie errichten. Er bereiste mehrfach Italien und erwarb dort einige der Skulpturen und Vasen, die im Park von Wiepersdorf stehen. Während seiner Abwesenheiten führte sein Vetter Moritz von Baumbach den Gutsbetrieb.

 

Das von Arnim-Bärwalde reich bemalte und mit einigen seiner Gemälde ausgestattete Atelier, das heute zum Museum gehört und auch für Veranstaltungen genutzt wird, ist ein bedeutendes Gesamtkunstwerk im Brandenburger/Berliner Raum. Von der zweiten Frau seines Vaters, Claudine Brentano-Firnhaber, erbte er ein ansehnliches Vermögen. Der Atelier-Raum (s.u.) wurde auf Initiative des Freundeskreises aus EFRE-Mitteln des Landes Brandenburg mit neuen Vitrinen ausgestattet und dank der Unterstützung der Deutschen Stiftung Denkmalschutz und des Denkmalamtes fachgerecht in den originalen Farben restauriert.  

 

Wegen der Renovierungsarbeiten ist das Museum vorerst geschlossen. Wir bitten um Verständnis.
Bei Fragen wenden Sie sich bitte an uns unter

 

 

Museum Atelier Achim von Arnim-Bärwalde

 

 
 

Freundeskreis Schloss Wiepersdorf - Bettina und Achim von Arnim-Museum e.V.

Adresse im Raum Berlin-Brandenburg:
c/o Vorstand Dr. Norbert Baas

Wielandstraße 30

10629 Berlin
 
Offizielle Vereinsadresse:

c/o Goethe-Haus/ Freies Deutsches Hochstift

Großer Hirschgraben 23- 25

60331 Frankfurt am Main

 
 

Öffnungszeiten Museum:

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