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Freundeskreis Schloss Wiepersdorf – Bettina und Achim von Arnim e.V.

Association of Friends of Schloss Wiepersdorf

 

 

Der Freundeskreis Schloss Wiepersdorf - Bettina und Achim von Arnim e.V.  in Zusammenarbeit

mit der Berliner Literarischen Aktion e.V. lädt ein:

Mythos und Säiens-Fikschen: Franz Fühmanns Anti-Realismus

am 21. Juli 2022, 19.30, in der Berliner Stadtbibliothek, Berlin-Saal
Zugang über Breite Str. 36, 2. OG
 

 An dem großen ostdeutschen Autor Franz Fühmann (1922-1984), der in diesem Jahr 100 Jahre alt geworden wäre, lassen sich immer neue, faszinierende Seiten entdecken. Als Meister verschiedenster Genres vom Kinderbuch bis hin zum Essay widersetzte er sich ideologischer Vereinnahmung und feierte die Freiheit der dichterischen Fantasie. Immer wieder würdigte er das fortschrittliche Potential nichtrealistischer Gattungen von Mythen bis hin zur Romantik – und deren eigensinnige Kraft, geistige Freiräume zu öffnen. So entkam er der Enge des (Soz)realismus und schuf Werke, die bis heute nichts von ihrer Brillanz und Frische eingebüßt haben.

 Gemeinsam mit der Literaturwissenschaftlerin Therese Hörnigk loten Fühmanns amerikanische Übersetzer*innen Andrew B. B. Hamilton und Isabel Fargo Cole den Facettenreichtum seines „Anti-Realismus" aus. Im Mittelpunkt stehen dabei zwei Erzählbande: „Saiäns-Fiktschen" (1981) ist eine augenzwinkernde Verfremdung dieses populären Genres, während in „Der Geliebte der Morgenröte" griechische Mythen zu neuem, subversivem Leben erweckt werden.

 Dr. Therese Hörnigk war von 1972 bis 1992 Literaturwissenschaftlerin an der Akademie der Wissenschaften der DDR. Danach Lehr- und Vortragstätigkeit an der Humboldt-Universität und der Freien Universität Berlin, in den USA, Frankreich, Italien und Kanada. Von 1998 bis 2007 Leiterin des Literaturforums im Brecht-Haus, Berlin.

 Andrew B. B. Hamilton ist Gastdozent für Germanistik am Bates College, Maine, USA mit Schwerpunkt u. a. auf der Theorie des Realismus. Seine Übersetzung von Franz Fühmanns „Säiens-Fikschen" (zusammen mit Claire van den Broek) erschien unter dem Titel „Science Fiktion" 2018 bei Seagull Books.

Isabel Fargo Cole lebt in Berlin als Autorin der Romane Die grüne Grenze und Das Gift der Biene und Übersetzerin u. a. von Adalbert Stifter, Wolfgang Hilbig und Franz Fühmann. Ihre Übersetzung von Fühmanns „Der Geliebte der Morgenröte" („The Beloved of the Dawn") ist 2022 bei Seagull Books erschienen. 

https://www.zlb.de/veranstaltungen/aktuell/kalender/vortrag-mythos-und-saeiens-fikschen-franz-fuehmanns-anti-realismus.html
 

 

Zernikow

Die Malerin Bettina von Arnim stellt seit dem 4. Juni ausgewählte Werke

im Gutshaus Zernikow aus

 

Die in Südwestfrankreich lebende und international bekannte Malerin Bettina von Arnim

stellt Ölbider und Radierungen erstmals im Gutshaus Zernikow aus. Die Initiative Zernikow eV.

organisierte die Präsentation und lud zur Eröffnung durch Ingrid Krause - Windelschmidt

am 4. Juni ein. Die in Zernikow aufgewachsene Bettina von Arnim ist die Tochter

Friedmund und Clara von Arnims. Ihr Bruder Achim von Arnim gründete

1991 die Initiative Zernikow. Bettina studierte in Paris. Ihre Bilder sind in bedeutenden

Sammlungen, u.a. in der Nationalgalerie Berlin und im Städel-Museum zu sehen,  

 

Vladimir Sorokin

Gast des Freundeskreises Schloss Wiepersdorf in Kooperation

mit dem Literaturhaus Berlin am 21. Mai 

 

Vladimir Sorokin 21.5.22

 

Vlaldimir Sorokin, der zur Zeit in Berlin im Exil lebt, stellte mit dem Moderator und Verleger Vladimir Velminski ("Ciconia Ciconia") seinen Erzählungsband  "Die rote Pyramide" (erschienen 2022) und "Bankett" (2022) vor. Im vollbesetzten Literaturhaus las Meike Rötzer.

Norbert Baas führte ein.

 

In Sorokins Werken geht es um Schicksale aus einer totalitären Gesellschaft, die  von der Macht eines einzelnen Herrschers und seiner Schergen gesteuert wird. Sorokin zeigt eine post-sowjetische und russische Lebenswirklichkeit, die sich zu surrealen Visionen öffnet und im Grotesken verlieren kann. Die Texte sind oft sarkastisch und machen vor keinen Tabus halt. Literarische Spuren der deutschen Romantik tauchen auf. Sorokins Kampf gegen die wachsende Kulturlosigkeit in der heutigen russischen Gesellschaft zeigt einen an seinem Land verzweifelnden Autor. Bücher von ihm wurden zu Beginn der Putin-Ära demonstrativ vor dem Bolschoi-Theater vernichtet. Wladimir Sorokin, Jahrgang 1955, zählt zu den herausragendsten Schriftstellern der russischen Gegenwart. Er lebt und arbeitet zur Zeit in Berlin. Den verbrecherischen und sinnloen Krieg gegen die Ukraine verurteilt er auf das Schärfste. 

 

18. März 1848: Märzrevolution

 

An diesem Tag musste sich das preußische Militär vor den Kämpfern für Freiheit und Demokratie geschlagen geben. Am 18. März 2022 erinnerten zwei Gedenkveranstaltungen in Berlin, moderiert von Volker Schröder, an den europaweiten Aufstand. Bettina von Arnim gehörte zu ihren prominentesten Anhängern, auch wenn sie die Monarchie als Institution nicht antasten wollte. Zum 175. Jahrestag im nächsten Jahr soll die Ausstellungshalle fertig sein, versicherte Susanne Kitschun. Leiterin des Gedenk- und Ausstellungsortes. SIe erinnerte wie die anderen Redner an das Schicksal der Ukraine unter der russischen militärischen Aggression und an das Leid der Fliehenden.

 

 

 

"Dem Momentanen verfallen...", Heinz Härtl über die jugendliche Bettina Brentano,

in ihrer Korrespondenz von 1785 bis zu ihrer Eheschließung 1811 in. Berlin

 

Heinz Härtl gibt mit Ursula Härtl den authentischen Briefwechsel der jungen Bettina Brentano bis zu ihrer Heirat mit Achim von Arnim heraus. Bei De Gruyter ist 2022 eine sorgfältig aufgemachte Ausgabe erschienen, die ein  ausführliches Quellenverzeichnis mit weiterführenden Literaturhinweisen enthält. Sie genügt höchsten wissenschaftlichen und ästehtischen Anforderungen. Schon die Qualität des Papiers und der leuchtend rot gebundene Einband markieren ein erlesenes Werk: https://doi.org/10.1515/97383110575972

 

Heinz Härtl ist Mitherausgeber der Kritischen Weimarer Achim von Arnim - Ausgabe und ist durch zahllose profunde Beiträge zu den Arnims bekannt. Er spricht von der "rätselhaften Komliziertheit" der jungen Bettina, erwähnt ihre Wandlungsfähigkeit, das Umschlagen von Stimmungen und auch ihre Exaltiertheit. "Die Mutwllige war schwermütig, die Lustige ernsthaft, die Sprunghafte zersprungen...." Härtl führt die Bettine Suchenden durch eine spannende Zeit. Er hebt ihre Briefwechsel vor allem mit der Mutter Goethes und Ludwig van Beethoven als besonders intensiv hervor. In diesem Werk fügt sich ein umfangreicher Stoff in untrüglicher Exaktheit für das historisch wichtige Detail mit der zeitgeschichtlichen Empathie eines herausragenden Kenners der Romantik.  

 

Radierung von Ludwig Emil Grimm, ad.viv. 1809, Bildrechte Freundeskreis

 

Bettina Jugend

 

"Alles geschieht in der Welt der Poesie wegen"

Leben und Werk des Achim von Arnim, von

Jürgen Knaack, erschienen im Dr. Ludwig Reichert Verlag

 

Jürgen Knaack legt eine umfassend angelegte Arnim- Biographie vor, die alle Lebensphasen Arnims einschließt, ausführlich dokumentiert und reich bebildert. Die Einordnung des Denkens und Handelns dieses komplexen Romantikers wird aus verschiedenen Blickwinkeln beleuchtet. Hervorragend eingearbeitet sind die zeitgeschichtlichen Bezüge ebenso wie das Lebensumfeld Arnims in Berlin, Zernikow, Heidelberg und Wiepersdorf. Kindheit, Sozialisation, Freundschaften und das Familienleben kommen nicht zu kurz. 

 

Jürgen Knaack, Jg. 1946, studierte Germanistik, Literatur und Kunstgeschichte, wurde 1973 promoviert und war u.a. im Gruner und Jahr Verlag in Hamburg tätig. Er arbeitet mit an der Herausgabe der kritischen Weimarer Geamtausgabe der Werke Arnims. Der von ihm herausgegebene Band "Der Preußische Correspondent" wird in Kürze erscheinen. Zahlreiche Artikel und Beiträge über Achim von Armim sind von ihm veröffentllicht worden.

 

Knaack

 

 

Arnim. Zeichnung von Brentano

Achim von Arnim, gezeichnet von Clemens Brentano

(Ausschnitt)

Der Freundeskreis kann aus einem kleinen Kontingent das Buch zum Sonderpreis von 20,- Euro anbieten.

Bitte Bestellung an

 

 

Bettina von Arnim im Schloss Bellevue

 

Das bekannte Pastellbild der Bettina von Arnim geb. Brentano (1785 -1859) hängt seit kurzem im Amtszimmer des Bundespräsidenten im Schloss Bellevue. Im Dezember 2021 unterzeichnete der Vorstand des Freundeskreises Schloss Wiepersdorf e.V., der das Bild 1997 aus Mitteln und Spenden seiner Mitglieder käuflich erwarb, einen Leihvertrag mit dem Bundespräsidialamt.

 

Bettine fühlte sich in Berlin stets geistig angeregt, sozial gefordert und widmete sich hier auch der Erziehung ihrer Kinder. Das von ihrem Enkel Achim von Arnim-Bärwalde in Wiepersdorf um 1880 angefertigte Porträt wurde nach 1945 in der Stiftung Klassik Weimar eingelagert. Wir freuen uns, dass "die Bettine" nun durch einen hervorgehobenen Platz geehrt wird, der ihr Engagement für Reformen und ihr hohes soziales Verantwortungsbewusstsein spiegelt.  

 

Pastell Gesamtansicht

Bettina von Arnim geb. Brentano, Pastell von Achim von Arnim-Bärwalde um 1880, Leihgabe des Freundeskreises an das Bundespräsidialamt, hängt im Amtszimmer des Bundespräsidenten im Schloss Bellevue

 

Romantische Dichtung und "Communismus": Bettina von Arnim in ihrer Zeit

 

Mit einem Festvortrag zum sozialen Engagement der Bettine beeindruckte Prof.Dr.Dr. Heinrich Detering die Mitglieder und Gäste des Freundeskreises Schloss Wiepersdorf am 12. November im Berliner Nicolaihaus. Er erhielt langen und starken Applaus. Der renommierte Literaturwissenschaftler und Autor war 1993 einer der ersten Stipendiaten des Künstlerhauses. Anlass war die Feier des dreißigjährigen Bestehens des Freundeskreises Schloss Wiepersdorf, gegründet von Clara von Arnim 1991 mit Unterstützung des Freien Deutschen Hochstifts und des Landes Brandenburg.  

 

Der Vorsitzende des Stitungsrates der Kulturstiftung Schloss Wiepersdorf, Staatssekretär Tobias Dünow, und unser Beiratsmitglied Dr. Friedrich Dieckmann, selbst Stipendiat in Wiepersdorf zur Zeit der DDR,  sprachen Grußworte. Der Freundeskreis erhielt viel Anerkennung für sein Engagement zur Gründung der Kulturstiftung Schloss Wiepersdorf.

 

Heinrich Detering

Die Einladung stiess auf grosses Interesse und der Vortragende erhielt viel Beifall

 

Freundeskreis besucht am 8. und 9. Oktober das Romantik-Museum in

Frankfurt am Main und das Brentanohaus in Oestrich-Winkel

 

Die Besichtigung des neuen Romantik-Museums empfand die 22 Personen zählende Freundeskreis-Delegation als faszinierend und eindrucksvoll. Unter den Mitgliedern des Freundeskreises war auch die Wiepersdorfer Stipendiatin

Alena Vagnerová-Köhler

 

Romantik-Museum

 

Der Freundeskreis-Vorsitzende Dr. Norbert Baas dankt der Direktorin des Freien Deutschen Hochtstifts, Prof. Dr. Anne Bohnenkamp-Renken, sowie ihrem Team für die enge dreißigjährige Zusammenarbeit und für die stete Unterstützung durch das Hochstift. Am 9. Oktober besuchte die Gruppe das Brentao-Haus in Oestrich Winkel, das uns von Angela von Brentano und Prof. Dr. Gerd Weiss, dem früheren Präsidenten des Landesdenkmalamtes Hessen. gezeigt wurde.  

 

 

Im Goethe und Schiller-Archiv in Weimar trafen sich Mitglieder und Gäste der

Internationalen Achim von Arnim-Gesellschaft zu ihrer

diesjährigen Jahrestagung

 

Wissenschaftler und Literaten, darunter die Herausgeber der Weimarer Arnim-Ausgabe, beschäftgten sich mit einem weit gespannten und faszinierenden Themenspektrum, auch mit aktuellen Bezügen zum Weltklima. Prof. Roswitha Burwick aus Los Angeles leitete das Treffen. Sie sprach über die Ästhetik der Natur bei Achim von Arnim und Alexander von Humboldt. Unter den Teilnehmern war auch Prof. Stefan Nienhaus, der als Teil der Weimarer Ausgabe eine  umfangreiche Analyse der wegen antisemitischer Tendenzen umstrittenen Deutschen Tischgesellschaft editiert hat. 

 

Freundeskreis unterstützt das Festival der Kooperationen

im Literaturhaus Berlin

 

Es geht um Kooperation, wie sie zustandekommt, welchen Zwecken, Emotionen und Regeln sie folgt, wie sie die Natur uns vorlebt - und woran sie scheitern kann. Schlaglichter, Inhalte und Perspektiven aus Kunst und Wissenschaft, Film und Musik werden auf hohem Niveau präsentiert, reflektiert und persifliert. Weltweit dringenden Bedarf an Kooperation gibt es in der Klimapolitik. Darüber sprachen u.a. Johan Rockström und Ottmar Edenhofer, Präsident des Potsdamer Klimafolgen-Forschungsinstituts.

 

Edenhofer

 

J. Gelinek             Janika Gelinek und Asmus Trautsch

 

links: Ottmar Edenhofer

 

 

Durch einen Festakt wurde am 13. September 2021 das

 

Deutsche Romantik-Museum

in Frankfurt am Main eröffnet. Es sprachen Saatsministerin Prof. Monika Grütters, Carl.L. von Boehm-Bezing und - mit stehenden Ovationen bedacht - Prof. Dr. Anne Bohnenkamp-Renken, Direktorin des Freien Deutschen Hochstifts. Der Freundeskreis, 1991 im Freien Deutschen Hochstift gegründet, gratuliert allen, die zu diesem bemerkenswerten ersten deutschen Romantikmuseum mit seiner faszinierenden Architektur beigetragen haben! 

 

Mehr: www.deutsches-romantik-museum.de

 
 
Tag des offenen Denkmals:
gemeinsame Veranstaltung des Freundeskreises Schloss Wiepersdorf e.V.
und der Initiative Zernikow e.V. am 12. September 2021 um 12.00 Uhr in Zernikow
 

Zernikow Gutshaus

Gutshaus Zernikow

Weststeite

Schloss Wiepersdorf

Beide Häuser sind historisch und literarisch verbunden: Auf dem Gut Zernikow erhielt der junge Achim von Arnim seine ersten schriftstellerischen Impulse, schrieb seinen Erstlingsroman "Hollin`s Liebeleben" und dachte über Natur, Landschaftsgestaltung und Nachhaltigkeit nach. Seine naturwissenschaftlichen Studien in Göttingen und Halle, daunter über Magnetismus und über Metereologie und das Klima, wirkten nach, als er später dichtete und schrieb. Nachdem er 1814 mit Bettina nach Wiepersdorf gezogen war, setzte er viele seiner von Zernikow inspirierten Ideen um. Zwei herausragende Arnim - Forscherinnen, Prof. Roswitha Burwick aus Los Angeles und Dr. Renate Moering, schilderten den Naturforscher im jungen Arnim. .   

 

Der Schauspieler Paul Sonderegger las am 11. Juli in der Kastanienallee des Gutshauses Zernikow

aus Achim von Arnims "Hollins Liebeleben" , sein Erstlingswerk aus Zernikow.

 

Am 22. August las Ruth Johanna Benrath, mehrfache Stipendiatin im Künstlerhaus Schloss Wiepersdorf, in einer Performance mit Texten und Klängen von Ernst M. von Hornbostel aus ihrer Lyrik "Stadttext trifft Landklang"

 

 

Mehr unter: www.initiative-zernikow.de

 

 

Wiepersdorfer Lyrik: eine neue Anthologie

 

Katja Stahl

 

Der Freundeskreis hat die Publikation einer von Katja Stahl herausgegebenen Lyrik - Sammlung gefördert, die Arbeiten von Gästen und StipendiatInnen im Künstlerhaus Schloss Wiepersdorf nach 1991 versammelt, darunter von Thomas Rosenlöcher, Ingrid Fichtner, Volker Braun, Ruth Benrath und vielen anderen. Sie alle liessen sich von dem Ort inspirieren. Ihre Dichtung zeigt die Anhänglichkeit der VerfasserInnen an das Schloss, an seinen Park, an die umgebende Landschaft und ihre Menschen. Wir freuen uns über diese gelungene Anthologie!

 

Der Band ist im Wallstein-Verlag erschienen, siehe unter Wallstein - Verlag.

 

 

 

4. April 1785: Bettina von Arnims Geburtstag

 

Kaum eine Autorin aus dem deutschsprachigen Raum löst so vielfältige Asssoziationen aus: leidenschaftllich, liebend, politisch, emsig, sorgend, familienbewusst, mitfühlend, sozial, kosmopolitisch, freiheitsliebend, unkonventionell, drängend, voller Ideen und das alles, worüber sich Goethe einmal beklagte, getragen von ihrem italienischen Temperament. Christa Wolf sieht hinter all ihrer Schwärmerei eine "todernste Person".

 

Zur Erinnerung an ihren Geburtstag weist der Freundeskreis auf ein außerordentlich gelungenes und erschöpfendes Handbuch über Bettina von Arnim hin. Herausgegeben 2019 von Barbara Becker-Cantarino, enthält es eine reiche Auswahl vorzüglicher Beiträge, eingeleitet von Heinz Härtl mit seiner bekannten "Bettina Chronik", einer prägnanten Übersicht über ihre wichtigsten Lebensstationen. Unter den BeiträgerInnen sind viele Mitglieder des Freundeskreises wie Wolfgang Bunzel, Roswitha Burwick, Renate Moering und Holger Schwinn.

 

Dieses Bettina-Handbuch von hoher Qualität sollte in keiner literaturwissenschaftlichen, historischen Bibliothek fehlen!

 

erschienen bei De Gruyrer, ISBN 978-3-11-026091-5, Library of Congress Number 2019946490,

bibliographische Informationen abrufbar über http://dnb.dnb.de

Titelbild: Ludwig Emil Grimm: Bettine mit Goethe-Denkmal

 

 

Wiepersdorf zwischen Krieg und Frieden

 

Die Ministerin für Wissenschaft Forschung und Kultur des Landes Brandenburg, Dr. Manja Schüle, eröffnete im Schloss Wiepersdorf am 23. August 2020 eine von "Kulturland Brandenburg" geförderte Videoinstallation des Dokumentarfilmregisseurs Sebastian Eschenbach über die Zeit 1945 in Wiepersdorf. Zeitzeugen berichteten, wie sie die Zeit erlebt hatten. Mehrere Mitglieder des Freundeskreises kamen zu Wort. Die Ausstellung war vom 29.8. bis zum 1. November 2020 zu sehen.

 

 

Freundeskreis nimmt das literarische Archiv 

von Ursula Püschel in Verwahrung

 

Der Alleinerbe der am 10.8.2018 verstorbenen Germanistin und Schriftstellerin Ursula Püschel überliess dem Freundeskreis Schloss Wiepersdorf ihr literarisches Archiv mit Bezügen zu Bettina von Arnim. Urula Püschel war eine der profiliertesten Forscherinnen über ihr Werk. Sie studierte Geschichte und Germanistik an der Humboldt-Universität zu Berlin und wurde dort 1965 mit ihrer Dissertation "Bettina von Arnims politische Schriften" zum Dr. phil. promoviert.

 

Die handschriftlichen Entwürfe zu Bettines sog. Polenbroschüre ("An die aufgelöste Preußische Nationalversammlung") wurden von Ursula Püschel entdeckt. Bettine forderte darin ein von preußischen Besitzansprüchen freies Polen. Ursula Püschel hat die Polenbrschüre erstmals 1954 veröffentlicht. Eine Ihrer wichtigsten Arbeiten war außerdem die Herausgabe des Briefwechsels Bettines mit dem preußischen König Friedrich Wilhelm IV., ein seltenes Zeitzeugnis des Vormärz. 

 

Der Freundeskreis stellt auf Anfrage das Archiv gerne für Forschungszwecke zur Verfügung. Ursula Püschel hat Schloss Wiepersdorf oft besucht und fühlte sich dem damaligen Künstlerhaus und Freundeskreis verbunden.  

 

Freundeskreis unterstützt Herausgabe der Werke von

Giwi Margwelaschwili

 

Der am 13. März 2020 verstorbene Schriftsteller wurde im Westen Berlins als Sohn georgischer Emigranten geboren, nach 1945 in sowjetische Speziallager entführt und 1947 nach Georgien verbracht. 1971 berief ihn die Akademie der Wissenschaften zu Tbilissi an ihr Philosophisches Institut. Die Werke des deutsch-georgischen Autors wurden vielfach ausgezeichnet. Er war Mitglied des PEN, erhielt den brandenburgischen Literatur-Ehrenpreis, die Goethe Medaille und viele andere hohe Auszeichnungen. Sein umfassendes deutschsprachiges Oeuvre (www.giwi-margwelaschwili.de) ist noch längst nicht erschlossen. Aufgrund der Bezüge seiner Prosa zur Romantik, seines Schicksals als politisch Verfolgter und seines  überragenden literarischen Schaffens wird der Freundeskreis den Literarischen Salon des DDR-Bürgerrechtlers Ekkehard Maaß/Deutsch-Kaukasische Gesellschaft in Zusammenarbeit mit der Beriner Georgischen Gesellschaft e.V. bei der Sichtung und Herausgabe des Werkes unterstützen.

 

 

Monika Grütters besucht Wiepersdorf

 

Am 25. August 2019 besuchte Prof. Monika Grütters, Mitglied des Deutschen Bundestages, Beauftragte der Bundesregierung für Kultur und Medien, Schloss Wiepersdorf. Sie informierte sich über den Stand des Aufbaus der Kulturstiftung und über das vom Freundeskreis betreute Bettina und Achim von Arnim-Museum. Annette Rupp, die Gründungsbeuftragte für die Kulturstiftung Schloss Wiepersdorf, sowie Dr. Steffen Skudelny, Vorstand der Deutschen Stiftung Denkmalschutz und Dr. Norbert Baas, der Vorsitzende des Freundeskreises, erläuterten die laufenden Entwicklungen. Staatsministerin Grütters zeigte sich sehr angetan von dem historischen Ort, vom Museum und von den Schritten zur Etablierung der Kulturstiftung mit dem geplanten neuen Stipendiatenprogramm.

 

Foto: MdL Danny Eichelbaum (2.v.l.), Norbert Baas (3.v.l.), Staatsministerin Monika Grütters (Mitte), Felix Menzel (CDU-Brandenburg, r. neben Monika Grütters), das Mitglied im Stiftungsrat der Kulturstiftung und Kämmerer des Kreises Luckenwalde, Johannes Ferdinand, sowie Matthias Wäsche, Bürgermeister der Gemeinde Niederer Fläming.

 

StMin Grütters in Wiepersdorf 25.8.19

 

Schlüsselübergabe am 1. August 2019: Deutsche Stfitung Denkmalschutz überträgt

Eigentum an Schloss Wiepersdorf der brandenburgischen

Kulturstiftung Schloss Wiepersdorf  

 

Schloss Wiepersdorf kehrt in das Eigentum des Landes Brandenburg zurück: Künstlerförderung und die Bewahrung des Baudenkmals liegen nun in einer Hand.  Ministerin Münch würdigte die vom Freundeskreis in den vergangenen Jahren ausgehenden Impulse und dankte dem Vorsitzenden Dr. Norbert Baas für seinen EInsatz, das Künstlerhaus als Landesstfitung zu führen.

 

Am 8. Mai 2019 behandelte der Ausschuss für Wissenschaft, Forschung und Kultur des brandenburgischen Landtags den Gesetzentwurf zur Einrichtung einer Landesstiftung Schloss Wiepersdorf, der die Wiederherstellung eines Künstlerhauses im Form einer Landesstiftung vorsieht.

 

Der Ausschuss erbat drei schriftliche Anhörungen zum Gesetzentwurf: vom Freundeskreis Schloss Wiepersdorf e.V., von Frau Prof. Bohnenkamp-Renken, der Direktorin des Freien Deutschen Hochstifts und von Professor Jean-Baptiste Joly, dem früheren Direktor der Akademie Schloss Solitude in Stuttgart. Die Stellungnahmen sind in der Dokumentation des Landtags Brandenburg über die 45. Sitzung des Ausschusses verfügbar (www. Parlamentsdokumente Landtag Brandenburg, Beschlossene Gesetze 6. Wahlperiode, lfd. Nr. 129, Drucksache 6/11339)

 

Der Gesetzentwurf wurde einmütig ohne Änderungen angenommen und vom Plenunm des Landtages am 15. Mai verabschiedet.

 

Am 1. Juli gab Ministerin Münch zusammen mit der Gründungsbeauftragten Annette Rupp bekannt, dass die Kulturstiftung Schloss Wiepersdorf ihre Arbeit aufgenommen habe und die Eröffnung für Mitte 2020 vorgesehen sei (mwfk Brandenburg)

 

 

Rückblicke

     

Am 7. Oktober 2018 war Monika Melchert zu Gast und las aus ihrem Buch

Wilde und zarte Träume

Anna Seghers - Jahre im Pariser Exil 1933-1940

 

Georgien am 30.6./1.7.2018 in Wiepersdorf

 

- Ehrengast der Frankfurter Buchmesse 2018 -

 

Der Freundeskreis Schloss Wiepersdorf e.V. hat aus diesem Anlass in Zusammenarbeit mit der Botschaft Georgiens und dem Künstlerhaus Schloss Wiepersdorf zu einem literarischen Kolloquium am 30. Juni eingeladen. Unter den Gästen waren Nino Haratischwilil und Thea Dordjadze.

 

Den Abschluss bildete am 1. Juli

ein fulminantes Solokonzert der georgischen Pianistin Dudana Mazmanishvili

 

Die in Südwest-Frankreich lebende Malerin Bettina von Arnim, eine Ururenkelin des Dichterpaares,

stellte im Künstlerhaus Schloss Wiepersdorf neue großformatige Ölbilder aus. Die Ausstellung ging am 23. Juni 2018 zu Ende.

Ihre Werke hängen in bedeutenden Museen, u.a. im Städel/Frankfurt am Main.

 

Prof. Dr. Ilse Nagelschmidt, Institut für Literatur der Universität Leipzig, einen Vortrag über die nach 1968 geborene Autorinnengeneration.  Ilse Nagelschmidt ist Direktorin des Zentrums für Frauen- und Geschlechterforschung der Universität Leipzig und Ehrenpräsidentin des Freien Deutschen Autorenverbandes. Unter den Gästen war die Literaturgruppe von "Willkommen in Berlin" des Internationalen Diplomatenclubs beim Auswärtigen Amt e.V.

                                                                                                    

MUSETHICA in Brandenburg: Meisterschüler der Hochschule für Musik Hanns Eisler spielten in vier Sozialeinrichtungen. Der Landtagsabgeordnete und Generalsekretär der brandenburgischen SPD Erik Stohn unterstützte die Initiative, klassische Musik und soziales Engagement miteinander zu verbinden. Der Freundeskreis Schloss Wiepersdorf e.V. hatte sich dafür eingesetzt, sie in Brandenburg umzusetzen. 

 

Bei Musethica handelt es sich um eine gemeinnützige Organísation, die ein spezielles Ausbildungsprogramm in die Hochschulausbildung integriert. Sie wurde von dem weltbekannten Bratschisten Avri Levitan ins Leben gerufen. Die Konzerte finden an ungewöhnlichen Orten für Zuhörer statt, die aufgrund ihrer aktuellen Lebensumstände wenig Chancen haben, einen klassischen Konzertsaal zu besuchen.

                                

 

"Die Blaue Blume in der DDR:

zwischen politischer Kontolle und ästhetischem Eigensinn"

 

In der Publikationsreihe des Freundeskreises erschien im August 2017 ein Sammelband beim Quintus-Verlag, der Beiträge namhafter Autoren im Anschluss an ein Symposium des Freundeskreises und Künstlerhauses über den „Perzeptionswandel der Romantik in der Literatur der DDR-Zeit“ vom Oktober 2015 enthält. Der Band mit dem Titel „Die blaue Blume in der DDR – Bezüge zur Romantik zwischen politischer Kontrolle und ästhetischem Eigensinn“ ist im Buchhandel für 25,- Euro erhältlich. Beiträge u.a. von Frank Hörnigk, Birgit Dahlke, Wolfgang Bunzel, Monika Melchert, Ilse Nagelschmidt, Maria Brosig, Martin Jankowski, Christa Kožik, Annett Gröschner und Thomas Rosenlöcher.

 

Infos und Bestellungen: https://www.quintus-verlag.de

 

  Buchpräsentation 20.11.17 im Brechthaus, vlnr Ralf Klausnitzer, Friederike Frach, Therese Hörnigk, Norbert Baas, Friedrich Dieckmann

 

www.Die blaue Blume in der DDR - Bezüge zur Romantik zwischen politischer Kontrolle und ästhetischem Eigensinn